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Vom Schreiben und Lesen

Seit ich angefangen habe zu bloggen, sehe ich andere Blogs viel kritischer. Sei es das Layout oder der Inhalt. Bei einigen Leuten, wo ich mir früher dachte “Wow, kann die gut schreiben”, bin ich zur Zeit eher enttäuscht. Entweder liegt das an den betreffenden Personen, die momentan ein Tief haben, bzw. anders schreiben als früher, oder es liegt an mir. Weil ich jetzt weiß, wie es ist, zu schreiben.

Es gibt Blogs, die lese ich aus Interesse an der schreibenden Person, weil ich sie kenne oder viel mit ihr gemeinsam habe. Und ich bekomme regelmäßig die Krise wegen ihrem Schreibstil. Ich weiß nicht, wie lange es dauert, bis ich diese Blogs aus meinem Feedreader verbanne.
Genauso schlimm finde ich die Leute, die sich nur beschweren. Die nur meckern, über Musik, Filme, Mode und vor allem über andere Leute. Klar ist das Leben nicht nur Sonnenschein und es gibt Dinge, die tierisch nerven. Vielleicht ist das für diese Schreiber eine Art Anti-Aggressions-Therapie. Alles Negative runterschreiben, abhaken und dann den Blick für’s Wesentliche haben. Aber ich denke, dass es auch mal hilfreich wäre, sich offenkundig über etwas zu freuen.
Und dann gibt’s noch die Blogger, die am Tag ungefähr 8-10x posten, und da nur Zitate, Bilder, Videos und ab und zu mal ‘nen guten Text. Ich mache das selbst ab und zu so. Und wenn man dann mal ‘ne Woche nicht mehr in den Feedreader schaut oder keine Lust hatte, etliche Beiträge über neueste Musik zu lesen bzw. zu hören, hat man da gleich wieder 78 ungelesene Posts. Dann löscht man alle auf einmal und am Besten noch den Feed hinterher.

Mein Feedreader quillt wirklich über. 694 ungelesene Beiträge zeigt er gerade an. Gute 200 davon sind zwar von QuoteBook, aber trotzdem. Ich möchte gerne ein Blog lesen, das mich dauerhaft interessiert. Wo der erste Post, den ich von dieser Person lese, genauso gut, ergreifend und fesselnd ist wie die nächsten 100. Und zwar von jemandem, den ich nicht kenne. Von jemandem, der schreiben kann. Von jemandem, der mich selber wieder inspiriert, besser zu schreiben. Ich bin gerade wirklich ein wenig traurig, vor allem wegen 2 der Blogs, die ich wundervoll gefunden habe und die in den letzten Monaten still und heimlich zu etwas verkommen sind, das ich nicht mehr lesen will, es aber weiterhin tue in der Hoffnung, dass das alles nur vorübergehend ist. Einige weitere interessante Blogger haben in der letzten Zeit das Handtuch geworfen oder machen anonym weiter. Wo sind die guten Schreiber hin, die zu dem stehen was sie sagen? Die nicht nur meckern und Abwechslung noch groß schreiben?

Ich glaube, 2 davon habe ich gerade (wieder)entdeckt. Originelle Themen, hin- und mitreißender Schreibstil. Ich werde das noch ein paar Wochen lang beobachten und dann verlinken, falls sich mein Verdacht bestätigt. Ich hoffe es.

  1. 7. September 2009, 16:18 | #1

    Ich stimm dir teilweise mal zu, ohne zu wissen, wie mein Blog überhaupt beurteilt wird und auch wissend, dass ich auch ein paar Sachen dabei habe, die “einfach-nur-Lesen”-Wollende stören dürfte. Müsste mal zu Feedback aufrufen.

    Aber mich stört es auch, wenn an einem Tag zig neue, aber relativ inhaltsfreie Sachen gebloggt werden. Nimmt schon ziemlich die Leselust und die Spannung auf das Blog. Genau wie Rechtschreibfehler. Da bekomme ich schon ein bisschen den Rappel.

    Überhaupt sollte das Internet mal kritikfreundlicher werden. Ruhig mal meckern dürfen, wenn einem ein Beitrag oder ein Stil nicht gefällt. Auch ruhig mal Anmerkungen machen, die hilfreich sein können. Ein paar Leute bloggen ja auch, um zu schreiben und vielleicht auch schreiben zu lernen. Kritik ist da oft gut, auch wenn es negative Kritik ist. Leider reagieren da viele Leute auch schnell sauer.

    Übrigens, wo wir gerade bei Kritik sind, ich hatte auch zeitweise mal das Gefühl, dass du ein bisschen arg viel bloggst, aber das hat sich erstens relativiert und zweitens waren deine Beiträge, selbst wenn es dann der vierte am Tag war, immer irgendwie lesenswert. :)

  2. m4ki
    7. September 2009, 17:40 | #2

    @stiller: Naja, ich denke es gibt viele Leute, die nur Bloggen um ihre Gedanken zu ordnen, oder die zumindest behaupten das zu tun. Ich bezweifle nämlich, dass es viele Leute gibt, denen es völlig egal ist ob’s wer liest oder nicht. Man möchte doch immer gern ein “Glückwunsch”, “Ich leide mit dir” oder “Ja, du hast Recht, das seh ich auch so” hören. Sonst könnte man (wie’s mein Papa immer meint, wenn ich was von meinem Blog sage) alles auf einem realen Block aufschreiben. Wenn’s wirklich ausschließlich für einen selber ist, hat’s im Internet eigentlich nichts zu suchen.
    Ich glaube, das Problem bei (auch konstruktiver) Kritik ist, a) dass es meist öffentlich ist und man sich dann vielleicht irgendwie bloßgestellt fühlt und b) dass es sich niemand anmaßen sollte zu sagen “dein Stil ist schlecht”, weil sowas immer subjektiv ist und dann müsste man’s selber erst mal besser machen, was ja auch wieder subjektiv ist.. Du siehst, ein Teufelskreis ;)

    Und was mich angeht (ohne mich jetzt verteidigen zu wollen ;) ) ist das mit dem Bloggen immer zeitabhängig. Ich hab Wochen, da ist einfach so viel los, dass ich gar nicht dazu komm was zu schreiben, und dann gibt’s 2 Tage, wo ich die Zeit habe und dann auch in einer kreativen Schaffensphase alles loswerden will, was mir so durch den Kopf ging in letzter Zeit. Das wird hoffentlich wieder etwas ausgeglichener, wenn das neue Semester losgeht.. Und was dich angeht… Ich arbeite mich im Feedreader meist alphabetisch vor und unter T wie thestiller habe ich… 13 ungelesene Posts. Sorry :D Aber irgendwann werd ich’s lesen. Am besten jetzt gleich, und dann kritisier ichs ;D

  3. 10. September 2009, 22:21 | #3

    Ich denke, dass jeder Mensch sich im Laufe der Zeit verändert. Also entweder der Schreiber in seinem Schreibstil oder der Leser in seinem Lesestil. Manchmal auch beide… :-)

    Nun glaube ich, viele schreiben schon für sich bzw das was sie denken um es rauszulassen und sich dadurch besser fühlen und auch, um ggfs die Sichtweise anderer zu hören/lesen.

    Warum schreibst Du denn liebe m4ki? :-) Ich glaube, Du schreibst eben auch um Deine Gedanken mit anderen zu teilen und teilweise auch Feedback zu Deinen Gedanken zu bekommen, oder? Und manchmal befreit es doch auch, oder?

    Schreibst/kommentierst Du denn diese Blog, die sich aus Deiner Sicht so verändert haben und teilst den betreffenden Bloggern Deine Sicht hierzu mit? Vielleicht sind sie Dir dankbar und haben es selbst gar nicht gemerkt bzw haben eine treffende Erklärung dafür… ;-)

  4. m4ki
    11. September 2009, 17:14 | #4

    @Steve: Ja, stimmt. Ich schreibe aber auch des Schreibens wegen. Ich muss ein wenig üben, das wird ja später mal mein Beruf, falls du’s noch nicht weißt ;)
    Ich denke, wenn ich jemandem sage, dass ich’s nicht mehr so gut finde, wie er schreibt, bringt’s auch nichts. Das ist jedem selbst überlassen, vielleicht finden’s 100 Andere besser als vorher. Und falls man tatsächlich ein Schreibtief hat, kann man erfahrungsgemäß auch nichts erzwingen..

  5. 12. September 2009, 11:10 | #5

    hehe, also bitte… klar weiss ich dass Du mal Chefredakteurin wirst… ;-)

    Aber das mit dem jemandem sagen wenn Dir die Artikel nicht mehr so gefallen finde ich schon wichtig. Es ist Feedback und Feedback finde ich schon wichtig. Ob dies etwas ändert ist natürlich nicht gesagt… aber evtl. ja doch… Es muss ja auch nichts ändern, aber so eine Rückmeldung von aussen kann schon hilfreich sein.

    Wünschst Du Dir denn Feedback was Deinen Schreibstil/Deine Artikel betrifft? Ist es Dir wichtig, dass man Dir mitteilt, wenn man eine Veränderung merkt und diese gut oder eben auch nicht gut findet?

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