Milchmädchen



Ich frage mich manchmal, ob es mein Fehler ist. Ob ich selber Schuld bin an meiner Lage. Wie man in den Wald hineinschreit und so… Aber dann müsste ich manchmal echt übel drauf sein, wenn ich nur das zurückkriege, was ich auch austeile. Vielleicht gerate ich auch einfach so manchmal an gemeine Menschen. An Menschen, die nicht darüber nachdenken, was sie tun. Die sich nicht darum kümmern, ob sie andere verletzen, oder die vielleicht einfach zu blind sind. Blind und taub. Und gefühllos.

Eltern lehren ihre Kinder ja immer, wenn sie nett zu anderen sind, werden die anderen auch nett zu ihnen sein. Kinder glauben das und sind höflich und hilfsbereit und dann haut sie’s sauber auf’s Maul, wie ich hier mal so salopp sagen möchte. Die Netten sind immer die, die am Ende die Blöden sind. Weil sie sich Gedanken machen, niemandem provokant auf den Schlips treten wollen und Gutes tun. Sie geben gern. Und dann werden sie ausgenutzt, hintergangen und sie bekommen gar nichts Gutes zurück. Stimmt wohl nicht so ganz, was Mama und Papa gepredigt haben.

Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu. Und was, wenn’s der andere einfach trotzdem macht? Was, wenn der andere nichts darauf gibt, dass man loyal und ehrlich ist? Wenn er einem in den Rücken fällt und sich noch wundert, dass es so leicht war, das Vertrauen zu missbrauchen? Wer denkt, nur weil er nett zu jemandem ist, wäre dieser jemand auch nett zu ihm, der wird hinterrücks erstochen. Vielleicht klappt Mamas Milchmädchenrechnung im Kindergarten (wobei ich selbst das inzwischen nicht mehr glaube – vielleicht klappt’s bevor die Kleinen laufen und sprechen können), aber im richtigen Leben gibt’s solche Weisheiten nicht. Sei Egoist und nimm dir was du brauchst, so sieht das für mich aus. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn man trotzdem an seinen Prinzipien feshält und auf fair play setzt, wird man immer verlieren. Arschloch sein oder untergehen. Ich weiß gerade noch nicht, was mir da lieber ist. Aber ich denke, ich werde mich für einige wenige falsche Menschen nicht verkaufen und mir treu bleiben. Zumindest solang ich das noch kann.

Veröffentlicht am 09.11.2009 um 19:59 unter deprimiertes, gedachtes, gefragtes, gefühltes, genervtes. Du kannst die Kommentare als RSS-Feed abonnieren. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback von deinem Blog.

4 Kommentare zu “Milchmädchen”

  1. Chriz sagt:

    Sehr guter Beitrag der einen zum Andenken anregt! Ich werde mir da auf jeden Fall noch ein paar Gedanken machen, aber ich kenne es auch ziemlich gut..

    Danke dafür!

  2. Leo sagt:

    Man darf aber auch nicht zu pessimistisch ans Leben gehen. Ab und zu gibt es auch noch nette Menschen, die einem begegnen ;)

  3. Knut sagt:

    Ich kann dir da – leider – nur vollkommen zustimmen. Aber ich halte es auch so und ändere mich nicht in die gleiche Richtung, die ich selber nicht haben kann. So merke ich dann irgendwann wer zu der genannten Personengruppe gehört und derjenige ist für mich gestorben.

    Leider führt es aber auch zu etwas anderem, wenn man des Öfteren von Personen, denen man nichts getan und ihnen vertraut hat, ein symbolisches Messer in den Rücken bekommt, was sich dann darin äußert, dass das Vertrauen zu Mitmenschen schwindet und man sich gerade am Anfang doch sehr zurück hält. (Und das verschreckt leider wiederum andere Menschen, die den Grund für die Zurückhaltung nicht kennen…)

  4. Steve sagt:

    Du hast da leider recht. Aber: egal wie oft man verarscht und belogen und betrogen wird – man sollte doch immer man selbst bleiben. Ich glaube fest daran, dass dies irgendwann einmal belohnt wird. Also bleib so, es lohnt sich ganz sicher… ;)

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