remember, remember



Warum wird eigentlich nie mehr etwas so gut, wie es einmal war? Ihr wisst was ich meine. Dieses “Da müssen wir dieses Jahr wieder hingehen, das war letztes Mal so super”. Streicht das, vergesst das, denkt euch das nie! Denn es ist nicht so. Meine erste Party, das legendäre wir-tanzen-im-Regen-Open-Air, das erste Peter Fox Konzert, der erste Abend im ersten Semester in der Ubar. Der ominöse Donnerstag. Die erste Nacht der Abireise. Das erste mal Sex.(Das ist wahrscheinlich das einzige, was bei Wiederholung nur besser werden kann). Die erste Ampelparty. Das ganze erste Semester eigentlich. Warum wird’s nie mehr wie es war? Ist es, weil man jung war? Was aber, wenn man jetzt auch noch nicht alt ist? Man denkt immer zurück, an irgendwelche Zeiten, wie den phänomenalen Sommer vor dem Abi, wo man jeden Tag am Weiher verbracht und gechillt hat. Weiherpartys..! Mehr brauch ich gar nicht sagen. Wo sind diese Zeiten hin? Warum habe ich das Gefühl, dass alle mit der Zeit immer langweiliger werden? Warum heißt es immer “weißt du noch, wie wir uns damals schon auf dem Parkplatz beide fast übergeben hätten und du mir dann ein Küchensieb als Kotzkübel gegeben hast, als du im Bad geschlafen hast?”? Oder “weißt du noch wie unsere Eltern damals nicht erfahren durften, dass wir bis 7 Uhr morgens auf der Party waren und kannst du dich erinnern wie unsere Hosen danach ausgesehn haben?” Warum passiert sowas nicht nochmal? Ich frage mich, ob es in 1-2 Jahren über die jetzige Zeit auch etwas zu erinnern geben wird. Oder ob man auch dann noch über die gleichen guten alten Zeiten nachdenkt, die dann nur noch ein Stück länger zurückliegen. Da hilft doch auch keine ultimative Total-Reunion-Party, weil’s eh bei weitem nicht mehr so geil wird wie es einst war, und es wird nicht besser indem man krampfhaft versucht, irgendetwas wiederzubeleben. Lieber das Geschehene in guter Erinnerung behalten und es gut sein lassen, etwas anderes machen. Das gleiche ist es in 99% der Beziehungen. Wenn erst mal Schluss ist, sollte man dankbar sein für die Zeit oder sich freuen, den Spacken endlich los zu sein. Es gibt immer Gründe, warum man sich trennt und dass diese Gründe schwerwiegend genug für das Ende waren, zeigt, dass sie nicht leicht vergessen werden können, wenn man beschließt, “neu anzufangen”. Mit neu anfangen meint man auch immer nur, das alte wiederzubeleben. Damit es wieder so wird, wie es einst war, als es noch super war. Aber so wird’s nicht mehr. Nur anders. Und entweder man kann mit dem anders leben, oder man wird ewig irgendwelchen Erinnerungen nachhängen und versuchen, etwas wiederherzustellen was schon lange verloren ging.

Veröffentlicht am 05.12.2009 um 11:23 unter erlebtes, gedachtes, gefragtes. Du kannst die Kommentare als RSS-Feed abonnieren. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback von deinem Blog.

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