500 Days of Summer



Vielleicht hab ich den Film nicht verstanden. Vielleicht war er auch einfach nur scheiße.

Von Anfang bis Ende mussten meine Freundin V. und ich mich darüber aufregen, was für eine Sch9 die Summer eigentlich ist (wo wir schon grad bei dem Namen sind – kam das den Drehbuchautoren nicht absolut oberbescheuert vor, die andere Tussi am Ende Autumn zu nennen? Das kann doch nur ein Witz sein…). Wie gemein das alles ist, was sie abzieht. Natürlich, sie hat dem Typen (hieß er Tom?) von Anfang an gesagt, dass sie keine ernsthafte Beziehung will. Aber hey – etwas in der Art hab ich zum Liebsten auch gesagt, und jetzt schaut mal, wohin uns das geführt hat. Er liebt sie halt. Und sie weiß es. Sie weiß es vom ersten Moment an und führt sich trotzdem so auf mit ihren billigen Tricks. Summer ist ‘ne wahnsinns Zicke und denkt, sie könnte sich alles mit Tom erlauben. Der arme Kerl, ganz ehrlich!
Ich bin ja bei solchen Filmen eigentlich immer diejenige, die dann die weiblichen Charaktere in Schutz nimmt und voller Verständnis erklärt, warum sie wohl so handeln, wie sie handeln. Aber die geht echt zu weit. Da sagt sie ihm, sie ist nicht der Typ, der sich bindet und dann heiratet sie plötzlich. Und dann – das war ja die Höhe! – bedankt sie sich auch noch bei Tom dafür, dass er ihr die Augen geöffnet hat, was Schicksal betrifft. Ohne ihn hätte sie nicht erkannt, dass der andere für sie bestimmt sein könnte. So eine Scheiße.

Die Rückblicke bzw. die Blicke in die Zukunft sind auch ziemlich seltsam. Man weiß von Anfang an, wie das mit den Beiden ausgehen wird und es wundert einen nicht. Manchmal, wenn sie ihn so ansah, wie sie ihn ansah, da hätte ich weinen können. Da war dieser Ausdruck in ihren Augen, den ich genau kenne. Den ich von mir kenne. Dieser Ausdruck, wo man weiß, dass da einfach keine Gefühle (mehr) sind.
Klar, schauspielerisch war der Film gut, aber auch nicht mehr. Wenigstens erklärt mir das, warum er nur in wenigen Kinos und nur sehr kurze Zeit gelaufen ist. Ich ärgere mich. Weil ich ihn unbedingt sehen wollte und mich so darauf gefreut habe.

Es ist “keine Liebesgeschichte”. Nein, wirklich nicht.
Und es ist auch kein besonders sehenswerter Film.

Veröffentlicht am 20.01.2010 um 19:23 unter deprimiertes, gedachtes, gesehenes. Du kannst die Kommentare als RSS-Feed abonnieren. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback von deinem Blog.

6 Kommentare zu “500 Days of Summer”

  1. torschtl sagt:

    Gut, dass der Kelch an mir vorbeigegangen ist :D :hihi:

  2. stiller sagt:

    Siehste, so unterschiedlich sind die Geschmäcker, für mich einer der besten Filme des letzten Jahres. :D

  3. m4ki sagt:

    Ja, wie gesagt.. Kann auch sein, dass ich ihn einfach nicht kapiert hab. Oder zu viel erwartet.

  4. Thomas sagt:

    Musste bei Sch9 erstmal überlegen, was das is. :D
    Habs dann aber gecheckt^^

  5. Miriam sagt:

    Huch, als ich den Titel bei dir sah wollte ich erst schreiben “Oh ja ja ja ich fand ihn auch toll!” Das man den Film so furchtbar finden könnte hätte ich nicht gedacht :D Ja stimmt, es ist keine Liebesgeschichte, aber es geht um Liebe, ganz ehrliche ungerechte verflucht tolle Liebe. Ich find den Film unglaublich schön, grade weils keine herkömmliche Liebesgeschichte ist. Den Gegensatz zwischen der märchenhaft gemachten Art und dem tatsächlich realen Inhalt find ich super :)

  6. Frau Zimmer sagt:

    Ich fand ihn auch toll!
    Auch wenn ich gemein fand, wie Summer mit dem Kerl umgegangen ist, der Film hat mir gefallen. Und von wegen der arme Kerl: sie hat ihn ja zu nichts gezwungen und ihm nichts versprochen. Es gehören eben immer zwei dazu …

Schreib was - ich freu mich drüber!

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