Die Gosch hat vor längerer Zeit darüber gebloggt und Franzi hat es danach aufgegriffen, genauso wie ich jetzt. Nur in einer anderen Sichtweise.
Was ich mich nur frage: Wie fühlt man sich denn so, wenn man weiß, dass man den Rest seiner Tage mit ein und dem selben Menschen verbringen will? Wie ist es, wenn alle Fragezeichen verschwunden sind? Was wenn man nicht nach einer Nacht denkt, dass man sich das eben durchaus hätte sparen können?
Die Freunde scheinen alle sehr glücklich mit dem Gedanken zu sein. Aber was ist denn dann, wenn man den richtigen Menschen liebt? Ist man dann entspannter, konzentrierter, satter? Kann man Dinge tun, die man vorher noch nicht konnte? Schneidet man sich die Fingernägel anders? Schmeckt das Essen besser? Schwitzt man weniger? Ist man netter zu Mitmenschen? Genießt man das Gefühl, launisch sein zu können, weil der andere einen sowieso liebt und das verzeiht? Verträgt man mehr oder weniger Alkohol? Muss man spontan anfangen, zu tanzen? Bekommt man immer Kuchen, wenn man will? Fahren einen nie mehr Kinder mit Fahrrädern um? Kann man fliegen?
Gute Fragen. Das meiste nicht, nein. Aber darum geht’s ja wohl auch nicht im Leben. Vor allem weiß man bei den meisten Dingen nicht, dass sie einem fehlen, bis man sie einmal hat.
Bevor ich mit dem Liebsten zusammen war, wusste ich nicht, dass ich nicht glücklich war. Ich dachte, glücklich sein würde sich so anfühlen, wie ich mich damals gefühlt habe. Ich hatte ja auch keinen Grund, unglücklich zu sein. Was glücklich sein wirklich bedeuten kann, weiß ich erst seit kurzem. Ich wusste auch wirklich nicht, was mir fehlt. Ich hielt mich für zufrieden, ich dachte ich hatte alles, was ich wollte. Aber jetzt habe ich so viel mehr Gründe, mein Leben zu lieben. Jetzt habe ich so viel mehr und ohne diese Sachen würde ich nicht mehr sein wollen.
Ich verstehe, wie Singles glücklich sein können. Aber ich bin mir sicher, dass das ein ganz anderes glücklich ist.
Und um noch auf die Fragen zu sprechen zu kommen: Ich bin tatsächlich entspannter, konzentrierter und satter. Ich habe einfach dieses Ich-brauche-nicht-mehr-Gefühl. Ich fühle mich in der Lage, Dinge zu tun, die ich vorher nicht konnte. Ob ich’s wirklich könnte, weiß ich nicht. Aber manchmal denke ich, ich könnte wirklich alles schaffen. Netter bin ich wahrscheinlich auch, was aber daran liegt, dass ich zufriedener bin, “im Einklang mit mir selbst” quasi, so bescheuert sich das auch anhört. Dafür hätte ich natürlich keinen Mann gebraucht, mit mir selbst bin ich vorher auch schon wunderbar ausgekommen. Aber ich konnte mich selbst manchmal nicht ab, wenn ich schlecht drauf war oder mein Leben kurzzeitig scheiße fand, weil “alles” schiefging. Und jetzt habe ich jemanden, der mir in solchen Momenten sagt “Kopf hoch!” oder “Setz dich auf deinen Arsch und tu was dagegen” und der mich motiviert, egal wie schrecklich ich zu ihm bin. Und dann ist es egal, ob man Kuchen kriegt, sich die Fingernägel schneidet oder was die Kinder mit ihren Fahrrädern machen. Einfach egal.























08.01.2010 um 15:35
“Bekommt man immer Kuchen” <= ich jaaaaaaaaaaa :-D:-D
Gestern Abend erst
08.01.2010 um 16:14
Also fingernägel sollte man sich schneiden! Aber jetzt schon in unserem Alter für immer zu denken. Respekt! Ich schaff es nicht weiter als bis Montag!
08.01.2010 um 17:09
aber immer wenn ich das mit “aufn arsch setzen” sag bist du beleidigt
halbwahrheiten hier
09.01.2010 um 18:59
wieder mal sehr sehr schön geschrieben und mehr kann ich auch nicht hinzufügen…