himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt
Genau so fühle ich mich. Ich habe in 4 Tagen die erste, in 7 die nächste, eine in 8 und in 10 Tagen bin ich mit den Klausuren durch.
Es gibt Momente, da bin ich panisch. Richtig panisch, wirklich. Da merke ich dann, wie mir die Zeit davon rennt. Da weiß ich ganz genau, ich werde niemals alles in dieser wenigen Zeit schaffen, ich hätte schon vor Wochen Monaten anfangen sollen zu lernen, ich habe keine Chance alle Prüfungen – ach was, nicht mal eine einzige – zu bestehen. Dann überlege ich mir, ob ich den Prof erpressen kann. Ob es schon zu spät ist, mich von der Prüfung abzumelden. Kenne ich nicht irgendwen, der mir Drogen verkaufen kann? Über meine eigene Prokrastination rege ich mich so auf, dass ich heulen und schreien und irgendwas kaputt schlagen möchte. Was ich meistens dann auch tue. Ich zweifle an mir, ich zweifle am System der Uni, ich zweifle daran, dass mich das ganze hier jemals auf den richtigen Weg bringen wird. Dann setze ich mich hin, mein Puls rast und ich fasse panisch in einer Nacht das Skript des ganzen Semesters in winzigen krakligen Buchstaben zusammen, bis mir die Hand abfällt. Kein Witz, ich hatte die ganze Nacht über Krämpfe in der rechten Hand und kann heute noch kaum den Stift halten. Mit diesem völlig irrationalen Verhalten versuche ich dann zu kompensieren, dass ich viel zu viele Tage lang viel zu faul war. Alle anderen sind schon viel weiter, da bin ich mir sicher. Aber es hilft nicht, ich fühle mich dumm und faul und kann nachts nicht einschlafen, weil ich nur Nipkow-Scheiben und Turing-Maschinen im Kopf habe.
Am nächsten Tag, wenn ich von Handschmerzen geweckt werde, obwohl ich mich schweißgebadet die ganze Nacht über nur gewälzt habe, sieht die Welt ganz anders aus. Ich sehe das Skript da liegen, daneben fast unleserlich meine Notizen. Wie idiotisch. Es ist doch noch viel genug Zeit. Etliche Tage. Ich weiß nicht weswegen ich mich da jetzt plötzlich so reingestresst habe. Die anderen sind doch nie so weit wie ich, kann mir keiner erzählen. Die Hälfte vom Stoff hab ich doch jetzt durch’s Abschreiben schon verinnerlicht, wenn nicht mehr! Ich hab mich echt lächerlich gemacht, mit den Emails an meinen Freund, in denen stand, dass das alles große Scheiße ist und ich dieses Semester nie im Leben überstehen werde. Außerdem bringt stressen doch sowieso mal gar nichts, heut mach ich erst mal Pause. Schreiben kann ich eh nicht.
Und morgen merke ich dann, dass ich einen ganzen Tag vertrödelt habe und dass ich viel zu spät dran bin mit allem. Das kann ich ja gar nicht alles schaffen dieses Semester…
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Das weltgrößte Danke an meinen Liebsten, der das alles erträgt und mich aufbaut, wenn ich in der Phase des Grauens bin. Vielleicht ist es meine vorübergehende mentale Unzurechnungsfähigkeit, aber ich liebe ihn mehr denn je.

Und ich sollte jetzt am besten alle Schokoladenvorräte sofort vernichten, damit ich in Zukunft davon nichts mehr essen kann



































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