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Artikel Tagged ‘anglistik’

Schreibblockade

10. Juli 2010 2 Kommentare

Staring at the blank page before you
Open up the dirty window
Let the sun illuminate the words
That you could not find
Reaching for something in the distance
So close you can almost taste it…
Diverse Essays, letzte Referate und zwei Seminararbeiten. Leere Seiten vor mir. Das Ende ist greifbar nah, die Uhr tickt, die Zeit drängt, die Gedanken rennen. Schreiben kommt nicht von allein. Entweder ich bin inspiriert und kreativ, oder ich sitze hier und starre leere Seiten an. Ich beobachte den kleinen Strich am Anfang der Zeile, am Anfang der leeren Seite. Er blinkt und blinkt. Ich schreibe ein Wort, lösche es wieder. Das reicht ihm nicht. Er blinkt erbarmungslos weiter. Ich habe tausend Gedanken und schaffe es nicht, sie zu sortieren. Die meisten davon sind eh nicht zu diesem Thema.

Das kleine Zeichen blinkt immer noch, ich warte, schweife ab.  Einunddreißig Grad zeigt das Thermometer auf meinem Desktop an. Ich leere Wasserglas um Wasserglas, dann muss ich mich wieder des Wassers erleichtern und wenn ich wiederkomme, steht immer noch nichts da. Ich wünsche mir das alte Word herbei, in dem die kleine Büroklammer mit einer ideengefüllten Glühbirne aufging und von innen gegen den Bildschirm klopfte um mich darauf aufmerksam zu machen.
Ich wünschte, ich hätte so eine Glühbirne.

Nebensache

29. Juni 2010 Keine Kommentare

Bloggen ist zur Zeit für mich leider nicht mal Nebensache. Es geht in die heiße Phase (ich frage mich aber ernsthaft, ob es bei mir dieses Semester jemals nicht stressig und vollgestopft mit allen möglichen Aufgaben war) und ich brauche ein effektiveres Zeitmanagement. Ich lese mal eben noch ein Buch klassischer englischer Literatur, lerne parallel die letzten beiden Kapitel Vokabeln, drehe und schneide in der Zwischenzeit einen Kurzfilm, kümmere mich weiterhin brav ums Tennis, schreibe Essays ohne Ende, halte Referate und falle abends wie tot ins Bett. Eigentlich sollte ich ja schon längst mit Klausurvorbereitung und der Seminararbeit angefangen haben, aber ich weiß nicht in welche Zweiminutenpause ich das noch quetschen soll. Ich könnte während dem Essen auch noch lernen (mache ich übrigens tatsächlich gerade – rechte Hand tippt und lässt mich im Wechsel vom Brot abbeißen und die linke streicht im Vokabelbuch das an, was ich noch nicht kann), oder mir über Nacht ein Hörspiel ins Unterbewusstsein reden lassen. Aber ich frage mich, wie lang es dann wohl noch dauert bis ich vollkommen irre werde.

Einfach schwimmen

18. Juni 2010 2 Kommentare

Dieser Artikel kommt mir sehr bekannt vor. Dreizehn Schuljahre lang hat man nur das Ziel Abitur vor Augen. Ich denke ich spreche für 90% der Abiturienten, wenn ich sage, dass das Berufsziel vor dem Abi nie wirklich klar war. Auch nach dem Abi vermutlich nicht. Dann steht man da und weiß nicht wie und wann und vor allem was und keiner kann’s einem sagen. Plötzlich ist da niemand mehr, den man immer um Rat fragen kann. Man muss sich selber um alles kümmern, man wird nicht fünfmal aufgefordert sich endlich für einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bewerben. Entweder man hält die Frist ein, oder nicht. Es interessiert keinen. Man steht allein da.

Nach 13, beziehungsweise eigentlich ganzen 19-20 behüteten Jahren, zieht man aus, in eine andere Stadt, mit neuen Menschen. Man findet sich nicht zurecht, muss sich erst Mal orientieren, aber merkt bald, dass dafür keine Zeit ist. Man hat keine 13 Jahre mehr, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Man wird ins kalte Wasser geworfen und schwimmt und schwimmt und wenn man Pech hat ist die Strömung stark. Ist jetzt, mit fast 20, einfach der Zeitpunkt gekommen, wo ich ins kalte Wasser springen muss, ohne zu wissen, wohin es mich treibt? fragt Me11a. Ein klares Ja von mir.

Ich studiere seit zwei Jahren und fühle mich immer noch unsicher. Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, ob ich den Master in diesem Fach machen will, und manchmal glaube ich, ich bin ganz kurz davor alles hinzuschmeißen und was ganz anderes zu machen. Aber irgendwie tu ich’s dann doch nicht. Die zwei Jahre sind mir zu schade, die ich dann vergeudet hätte. 2.000 Euro Studiengebühren für nichts. Andererseits folgen vermutlich noch weitere 4.000 Euro Studiengebühren plus die Kosten für sechs Monate in England. Und weitere vier, fünf Jahre meines Lebens. Und die werden schneller vorbei sein als mir lieb ist, und dann kommt der nächste Wasserfall in den ich mich stürzen muss – mit dem Kopf voraus am besten. Welcher Job, welche Stadt, will ich irgendwann heiraten, Kinder, ein Haus? Das alles muss ich mir dann überlegen, sonst gehen weitere x Jahre verloren, bevor ich merke, was ich will und dass es vielleicht der falsche Weg war.

Für den Moment denke ich von Woche zu Woche. Was muss ich für nächste Woche erledigen? Wann mache ich was? Was kann ich weglassen und welche Reihenfolge ist die beste? In vier Wochen (ach du Scheiße!) schreibe ich Klausuren, dann ist wieder ein Semester vorbei und ich weiß immer noch nicht mehr. Wer ich bin, was ich will und wie meine Zukunft aussehen soll. Aber eigentlich ist das doch gar nicht so schlimm, oder?

Wohingenau

7. Juni 2010 3 Kommentare

Uni ist anstrengend. Naja, eigentlich wäre Uni nicht so anstrengend, wenn ich ein vernünftiges Zeitmanagement hätte. Manchmal hab ich so viel zu tun, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll und dann schieb ich’s raus und spüle in der Zwischenzeit die eine Kaffeetasse ab, die sich angesammelt hat, seit ich das letzte Mal prokrastinierend abgespült habe. Oder ich sortiere Blätter in meine Ordner oder kehre den Boden oder putze das Bad oder räume mein Eisfach neu ein. Oder ich mache Sport. Verglichen mit vor ein paar Monaten mache ich 100% mehr Sport zur Zeit (aber das muss ja noch nichts heißen). Ich achte generell mehr auf meinen Körper – ausreichend Schlaf, bessere Ernährung, viel Wasser trinken, etc. und ich spüre jeden Tag, wie gut es mir tut. Ich hoffe immer noch darauf, dass es mir irgendwann so gut tut, dass ich auch motivierter bin, mehr für die Uni zu machen. Und anstatt jetzt meine lecture vorzubereiten, sitze ich hier und schreibe sinnloses Alltagszeug in ein kleines Kästchen für ein Blog, bei dem ich im Moment selber nicht so recht weiß, wohin damit.

Ich hab’s endlich verstanden

13. Mai 2010 8 Kommentare

Dieses Semester hat sich meine Einstellung dem Studium gegenüber irgendwie grundlegend geändert. Wir hier schon erwähnt, schockt mich nichts mehr. Dafür hat’s 2-3 Semester gebraucht, aber jetzt weiß ich, dass wirklich alles so utopisch ist, wie ich immer dachte. Ich verbringe nicht mehr so viel Zeit damit, mich über das völlig übertriebene Arbeitspensum aufzuregen, ich mache einfach. Fühlt sich ein bisschen wie aufgeben an, obwohl es objektiv gesehen eher das Gegenteil ist. Für’s Studium mache ich mehr, da hab ich definitiv nicht aufgegeben. Aber meinen Kampfgeist hab ich verloren, jetzt mach ich einfach stumpf das, was man von mir erwartet. Kein “Seh ich gar nicht ein, das brauch ich eh nie wieder”. Kein “Nein, das ist einfach zu viel, das mach ich nicht”. Kein “Mut zur Lücke” und kein “Ich geh heute nicht hin”. Die letzten vier Wochen war ich mehr als vorbildlich.

Vielleicht geht’s darum im Studium. Wahrscheinlich hab ich’s einfach immer falsch gesehen, weil ich dachte, das Studium sollte zur Selbstfindung beitragen, den Charakter stärken und den Verstand fortbilden. In Wahrheit wird nur getestet, wie lang man’s durchhält, sich aufzuregen und wann man anfängt, dumm wie ein Roboter einfach alles zu machen ohne den Sinn zu hinterfragen oder mitzudenken. Ich bin gespannt, ob das den Rest meiner hochschulischen Ausbildung nun anhält, oder ob das nur eine kurze Phase ist, in der ich irgendwie zu schwach bin um mich zu ärgern.

Ich hab mich damit abgefunden, in meinem Studiengang mehr zu machen, als Studenten anderer Fächer. Ich hab’s eingesehen, dass ich daheim noch überdurchschnittlich viele Stunden damit beschäftigt bin, Essays zu schreiben, Texte zu lesen und Vokabeln zu lernen. Ich hinterfrage nicht mehr, wofür wir Fakten auswendig lernen und in der Klausur nur runterrattern statt mitdenken oder anwenden sollen. Ich weiß, dass in meinem Studiengang durch die Umstellung auf Bachelor viel falsch läuft und nicht richtig durchdacht ist. Und ich hab’s akzeptiert, dass ich für den Bachelor acht Semester brauchen werde. Es ist halt so. Ändern kann ich’s eh nicht. Und indem ich mich damit abfinde, fühlt es sich im Moment zumindest an, als wäre ich zufriedener :)