“Mensch, Emma, ihr beiden seid wirklich ein Traumpaar. Das lässt mich hoffen, dass es doch funktionieren kann. Bei euch wirkt alles so einfach.”
Das schmeichelt mir natürlich. Ich und Connor. Das Traumpaar. Vorbild für andere.
“So einfach ist es auch wieder nicht”, sage ich bescheiden. “Ich meine, natürlich streiten wir auch mal, wie alle anderen auch.”
“Ehrlich?” Katie wirkt überrascht. “Ich habe euch noch nie streiten gesehen.”
“Natürlich streiten wir!”
Ich zerbreche mir kurz den Kopf, wann wir uns das letzte Mal richtig gezofft haben. Ich meine, natürlich streiten wir und mal. Andauernd. Wie alle Paare. Das gehört doch dazu.
Komm schon, das ist doch Quatsch. Wir müssen doch…
Ach ja. Einmal am Fluss, da dachte ich, die großen weißen Vögel seien Gänse, und Connor meinte, es seien Schwäne. Genau. Wir sind normal. Ich wusste es.
Sophie Kinsella, Sag’s nicht weiter, Liebling. Mein aktuelles Lieblingsbuch. Das ist nicht schwer bei mir, weil ich in den letzten 2-3 Jahren vielleicht 4 Bücher freiwillig und ganz gelesen habe. Die Lust auf Lesen in meiner Freizeit vergeht mir einfach, seit ich für meine Literaturkurse so viel lesen muss. Aber dieses Buch ist richtig super. Mir kommt viel bekannt vor, aus meinen eigenen Gedanken. Ich musste letzte Nacht im Bett mehrmals laut auflachen. Und ich war unglaublich müde und meine Augen brannten schon, aber ich musste einfach immer noch ein wenig weiterlesen. Und ein wenig weiter lachen.
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Angst und Zweifel, ich weiß nicht, was ihr von mir wollt. Ich habe mich schon vor Jahren von euch verabschiedet. Ich habe gesagt, ich habe keinen Platz mehr für euch in meinem Leben. Ich habe es verändert, ich habe mich verändert. Ihr seid geblieben, still und heimlich. In ganz schwachen Momenten leistet ihr mir Gesellschaft. Ihr flüstert, ihr schleicht, ihr nagt. Ihr zerstört. Und ihr bringt Freunde mit.
Ich werde euch nicht los. Immer wieder glaube ich, ihr wärt endlich weg und dann kuschelt ihr euch doch wieder an mich und umarmt mich, dass mit die Luft wegbleibt. Ich zeige euch den Weg zur Tür, sage euch, dass ich euch nicht da haben will. Aber ihr geht nicht. Ihr lebt unauffällig unter meinem Bett und wartet. Ihr wartet immer auf den richtigen Moment.
Wenn ich dann allein im Bett liege, dann kommt ihr angekrochen und lasst die Kälte unter die Bettdecke. Ihr kriecht unter mein Nachthemd und legt euch schwer auf meine Brust. Ich zwinge mich in diesen Momenten, an etwas Schönes zu denken. Es ist hart. Aber dann, wenn mein Herz anfängt, richtig stark zu schlagen, dann wirft es euch einfach von mir runter. Weil es stärker ist. Stärker als ihr beide zusammen.
Angst und Zweifel, ich will euch nicht. Und ein für alle mal: ihr werdet nicht gegen mich gewinnen! Ihr habt keine Chance. Ich bin stärker.
Also verpisst euch endlich, ihr beiden.
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Mir ist klar, dass die Welt nicht aus Zucker ist. Mir ist klar, dass nicht alles rosa ist. Dass man sich nicht jeden Tag gut fühlen kann. Dass man auch mal streitet. Dass man manchmal einfach keine Lust hat, auf gar nichts.
Mir ist klar, dass sich nicht alle Träume zwangsläufig erfüllen, nur weil man dafür kämpft. Dass es immer Zeiten geben wird, wo ich mich inmitten von Leuten allein fühlen werde.
Mir ist klar, dass ich ohne ihn nie wieder einschlafen können werde wie früher. Dass nach Hochs auch immer wieder Tiefs kommen. Dass es ganz normal ist, zu zweifeln. Dass bestimmte Zeiten nie wieder kommen werden. Und nicht jeden Tag die Sonne scheint.
Aber trotzdem wär’s mir anders lieber.
Es gibt Momente, da zweifle ich alles an. Die Loyalität der Freunde. Die Richtigkeit meiner Entscheidungen. Die Aufrichtigkeit, die man mir entgegenbringt. Das Vertrauen, das ich in andere habe. Meine Fähigkeiten und Kräfte. Enttäuschungen. Gefühle, Gedanken, Worte. Weil ich mich viel zu leicht von Kleinigkeiten verunsichern lasse. Und zwar jedes Mal. Und dann reflektiere ich und grüble und wälze mich nachts im Bett, schlafe nicht, sondern spinne mir Dinge zusammen. Und verzweifle.
All my doubts that fill my head are skidding up and down again
Up and down and round again, down and up and round again
Oh, I’ve had my chances and I’ve taken them all
Just to end up right back here on the floor
To end up right back here on the floor
(Pink)
Categories: gedachtes, gefühltes, in kürze, trauriges Tags: aufrichtigkeit, bett, beziehung, entscheidungen, frage, freunde, freundschaft, gedanken, gefühl, moment, richtig, vertrauen, verzweiflung, zweifel
Mein Herz, als Du Dich vor einem Jahr in diesen Kerl verguckt hast, dachte ich, Du wärst vollkommen durchgeknallt. Meistens höre ich auf Dich, aber oft reitest Du mich auch ganz schön in die Scheiße ein wenig ins Verderben. Du bist nicht immer gut zu mir, oft tust Du weh und noch öfter verwirrst Du mich. Manchmal bist Du ganz still und manchmal klopfst Du laut und schnell. Wir arbeiten ab und zu nicht zusammen, weil Du Dinge willst, dir mein Kopf nicht will. Du bist sprunghaft, aber immer entschlossen. Was das angeht, bist Du mir voraus, da kann ich noch einiges von Dir lernen. Während ich mir noch Gedanken mache, was ich will und während ich noch zweifle (und ja, das tu ich oft), hast Du Deinen Entschluss längst gefällt. Und es ist völlig egal, ob ich ihn für richtig halte oder nicht, weil ich gegen Dich leider machtlos bin.
So war das auch vor einem Jahr. Ich habe daran gezweifelt, ob Du das Richtige für mich entschieden hast. Aber inzwischen weiß ich es. Ohne Dich hätte ich mich vielleicht anders verhalten. Du hast mein Leben gerettet und tust es jeden Tag erneut. Danke, mein Helfer, mein Retter, mein Herz.
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