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Artikel Tagged ‘gefühl’

Ich danke Peter Maffay

29. Januar 2010 Keine Kommentare

Ich danke Peter Maffay dafür, dass er eine neue CD rausgebracht hat. Nicht, weil ich sie mir kaufen oder sie anhören werde, sondern weil mich seine Stimme in der Werbung gerade richtig gerührt hat. Sie erinnert mich an meine Kindheit.

Mein Papa war immer ein Fan von Peter Maffay. Da er sich nie selber CDs gekauft hat, war das für meine Schwester und mich immer eine willkommene Idee für Geburtstagsgeschenke. Und was ich oft gehört habe war Tabaluga, das Hörspiel. Ich weiß noch genau, wie ich im Wohnzimmer gelegen und mir das angehört und vorgestellt habe. Die Geschichte vom kleinen Drachen und der großen Liebe. Vom Erwachsenwerden, von Feinden und Freunden. Tabaluga oder die Reise zur Vernunft, Tabaluga und Lilli und Tabaluga und das Leuchtende Schweigen – ich kenne sie alle. Und ich liebe sie alle. Auch dafür danke ich Peter Maffay. Für die wundervolle Musik, die mich gerade wirklich im Herzen berührt hat, als ich ein paar der Lieder nach ewigen Jahren wieder angehört habe.

Ich denke, die meisten erwachsenen Menschen haben inzwischen verlernt, nur noch zuzuhören. Ich stelle mir das vor, wie ich mit dem Liebsten auf dem Bett liege, Arm in Arm und wir nur etwas anhören. Eine Geschichte. Zu zweit finde ich diese Idee unheimlich romantisch. Kein Fernsehen, kein reden, nur liegen und zuhören. Allein würde ich wahrscheinlich nicht 2 Stunden lang nur hören. Ich würde nebenbei surfen, chatten, aufräumen oder sonst was. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich – wie damals, als ich klein war – einfach 2 Stunden auf der Couch liege, die Augen schließe und lausche. Und das ist wirklich traurig.

(Aber ich werde mir das wieder beibringen. Und meine Kinder werden diese wunderbaren Hörspiele defintiv hören, wenn auch in 15 Jahren sicherlich nicht mehr auf Kassette wie ich damals)

Ihr beiden

28. Januar 2010 5 Kommentare

Angst und Zweifel, ich weiß nicht, was ihr von mir wollt. Ich habe mich schon vor Jahren von euch verabschiedet. Ich habe gesagt, ich habe keinen Platz mehr für euch in meinem Leben. Ich habe es verändert, ich habe mich verändert. Ihr seid geblieben, still und heimlich. In ganz schwachen Momenten leistet ihr mir Gesellschaft. Ihr flüstert, ihr schleicht, ihr nagt. Ihr zerstört. Und ihr bringt Freunde mit.

Ich werde euch nicht los. Immer wieder glaube ich, ihr wärt endlich weg und dann kuschelt ihr euch doch wieder an mich und umarmt mich, dass mit die Luft wegbleibt. Ich zeige euch den Weg zur Tür, sage euch, dass ich euch nicht da haben will. Aber ihr geht nicht. Ihr lebt unauffällig unter meinem Bett und wartet. Ihr wartet immer auf den richtigen Moment.

Wenn ich dann allein im Bett liege, dann kommt ihr angekrochen und lasst die Kälte unter die Bettdecke. Ihr kriecht unter mein Nachthemd und legt euch schwer auf meine Brust. Ich zwinge mich in diesen Momenten, an etwas Schönes zu denken. Es ist hart. Aber dann, wenn mein Herz anfängt, richtig stark zu schlagen, dann wirft es euch einfach von mir runter. Weil es stärker ist. Stärker als ihr beide zusammen.

Angst und Zweifel, ich will euch nicht. Und ein für alle mal: ihr werdet nicht gegen mich gewinnen! Ihr habt keine Chance. Ich bin stärker.
Also verpisst euch endlich, ihr beiden.

just to end up right back here on the floor

15. Januar 2010 2 Kommentare

Es gibt Momente, da zweifle ich alles an. Die Loyalität der Freunde. Die Richtigkeit meiner Entscheidungen. Die Aufrichtigkeit, die man mir entgegenbringt. Das Vertrauen, das ich in andere habe. Meine Fähigkeiten und Kräfte. Enttäuschungen. Gefühle, Gedanken, Worte. Weil ich mich viel zu leicht von Kleinigkeiten verunsichern lasse. Und zwar jedes Mal. Und dann reflektiere ich und grüble und wälze mich nachts im Bett, schlafe nicht, sondern spinne mir Dinge zusammen. Und verzweifle.

All my doubts that fill my head are skidding up and down again
Up and down and round again, down and up and round again

Oh, I’ve had my chances and I’ve taken them all
Just to end up right back here on the floor
To end up right back here on the floor

(Pink)

Nähe, du zweischneidiges Schwert

14. Januar 2010 2 Kommentare

Kann man jemandem zu nah sein?

Ich dachte früher, Nähe hätte nur gute Seiten. Ich dachte, Nähe stünde für die Qualität einer Beziehung. Dabei ist Nähe nicht nur nicht alles, sondern es kann auch schwer sein, damit umzugehen. Nähe macht verletzlich. Je näher man sich ist, desto mehr öffnet man sich dem anderen. Und desto mehr gibt man seinen Schutz auf. Es erinnert an Nacktsein, man kann nichts verstecken und gibt alles von sich preis. Die tiefsten Gefühle, die schlimmsten Ängste. Wie man wirklich ist. Es lässt sich nicht vermeiden, wenn man wahre Nähe spüren will. Das Problem ist nur, dass man sich so angreifbar vielleicht manchmal auf zu dünnes Eis begibt.

Von Brief- und Turteltauben

12. Januar 2010 2 Kommentare

Ich liege im Bett und lese einen Liebesbrief. Weißes Papier, kariert. Mit Kugelschreiber hat er wunderbare Worte niedergeschrieben. Eingerollt und zugeklebt.

Ich mag seine Schrift. Sie ist so nach links gelehnt, wie es nur ein Linkshänder macht. Er schreibt mit einigen Smilies, genauso wie im ICQ, wo wir uns unromantischerweise damals näher gekommen sind. Der Brief dagegen ist voller Romantik und Gefühl.

Er kann toll mit Worten umgehen, lullt mich richtiggehend ein. Ich bin wie benebelt von der vielen Liebe. Er malt, er schreibt und ich sehe vor mir, wie er dabei lächelt. Man spürt, dass er es ernst meint. Jedes Wort. Jeden noch so kleinen Buchstaben.

Über Wahrheit schreibt er. Dabei ist es egal, was er schreibt. Ich weiß, dass das Liebe ist. Wahre Liebe.