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Artikel Tagged ‘klausuren’

himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt

13. Juli 2010 2 Kommentare

Genau so fühle ich mich. Ich habe in 4 Tagen die erste, in 7 die nächste, eine in 8 und in 10 Tagen bin ich mit den Klausuren durch.

Es gibt Momente, da bin ich panisch. Richtig panisch, wirklich. Da merke ich dann, wie mir die Zeit davon rennt. Da weiß ich ganz genau, ich werde niemals alles in dieser wenigen Zeit schaffen, ich hätte schon vor Wochen Monaten anfangen sollen zu lernen, ich habe keine Chance alle Prüfungen – ach was, nicht mal eine einzige – zu bestehen. Dann überlege ich mir, ob ich den Prof erpressen kann. Ob es schon zu spät ist, mich von der Prüfung abzumelden. Kenne ich nicht irgendwen, der mir Drogen verkaufen kann? Über meine eigene Prokrastination rege ich mich so auf, dass ich heulen und schreien und irgendwas kaputt schlagen möchte. Was ich meistens dann auch tue. Ich zweifle an mir, ich zweifle am System der Uni, ich zweifle daran, dass mich das ganze hier jemals auf den richtigen Weg bringen wird. Dann setze ich mich hin, mein Puls rast und ich fasse panisch in einer Nacht das Skript des ganzen Semesters in winzigen krakligen Buchstaben zusammen, bis mir die Hand abfällt. Kein Witz, ich hatte die ganze Nacht über Krämpfe in der rechten Hand und kann heute noch kaum den Stift halten. Mit diesem völlig irrationalen Verhalten versuche ich dann zu kompensieren, dass ich viel zu viele Tage lang viel zu faul war. Alle anderen sind schon viel weiter, da bin ich mir sicher. Aber es hilft nicht, ich fühle mich dumm und faul und kann nachts nicht einschlafen, weil ich nur Nipkow-Scheiben und Turing-Maschinen im Kopf habe.

Am nächsten Tag, wenn ich von Handschmerzen geweckt werde, obwohl ich mich schweißgebadet die ganze Nacht über nur gewälzt habe, sieht die Welt ganz anders aus. Ich sehe das Skript da liegen, daneben fast unleserlich meine Notizen. Wie idiotisch. Es ist doch noch viel genug Zeit. Etliche Tage. Ich weiß nicht weswegen ich mich da jetzt plötzlich so reingestresst habe. Die anderen sind doch nie so weit wie ich, kann mir keiner erzählen. Die Hälfte vom Stoff hab ich doch jetzt durch’s Abschreiben schon verinnerlicht, wenn nicht mehr! Ich hab mich echt lächerlich gemacht, mit den Emails an meinen Freund, in denen stand, dass das alles große Scheiße ist und ich dieses Semester nie im Leben überstehen werde. Außerdem bringt stressen doch sowieso mal gar nichts, heut mach ich erst mal Pause. Schreiben kann ich eh nicht.

Und morgen merke ich dann, dass ich einen ganzen Tag vertrödelt habe und dass ich viel zu spät dran bin mit allem. Das kann ich ja gar nicht alles schaffen dieses Semester…

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Das weltgrößte Danke an meinen Liebsten, der das alles erträgt und mich aufbaut, wenn ich in der Phase des Grauens bin. Vielleicht ist es meine vorübergehende mentale Unzurechnungsfähigkeit, aber ich liebe ihn mehr denn je.

Einfach schwimmen

18. Juni 2010 2 Kommentare

Dieser Artikel kommt mir sehr bekannt vor. Dreizehn Schuljahre lang hat man nur das Ziel Abitur vor Augen. Ich denke ich spreche für 90% der Abiturienten, wenn ich sage, dass das Berufsziel vor dem Abi nie wirklich klar war. Auch nach dem Abi vermutlich nicht. Dann steht man da und weiß nicht wie und wann und vor allem was und keiner kann’s einem sagen. Plötzlich ist da niemand mehr, den man immer um Rat fragen kann. Man muss sich selber um alles kümmern, man wird nicht fünfmal aufgefordert sich endlich für einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bewerben. Entweder man hält die Frist ein, oder nicht. Es interessiert keinen. Man steht allein da.

Nach 13, beziehungsweise eigentlich ganzen 19-20 behüteten Jahren, zieht man aus, in eine andere Stadt, mit neuen Menschen. Man findet sich nicht zurecht, muss sich erst Mal orientieren, aber merkt bald, dass dafür keine Zeit ist. Man hat keine 13 Jahre mehr, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Man wird ins kalte Wasser geworfen und schwimmt und schwimmt und wenn man Pech hat ist die Strömung stark. Ist jetzt, mit fast 20, einfach der Zeitpunkt gekommen, wo ich ins kalte Wasser springen muss, ohne zu wissen, wohin es mich treibt? fragt Me11a. Ein klares Ja von mir.

Ich studiere seit zwei Jahren und fühle mich immer noch unsicher. Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, ob ich den Master in diesem Fach machen will, und manchmal glaube ich, ich bin ganz kurz davor alles hinzuschmeißen und was ganz anderes zu machen. Aber irgendwie tu ich’s dann doch nicht. Die zwei Jahre sind mir zu schade, die ich dann vergeudet hätte. 2.000 Euro Studiengebühren für nichts. Andererseits folgen vermutlich noch weitere 4.000 Euro Studiengebühren plus die Kosten für sechs Monate in England. Und weitere vier, fünf Jahre meines Lebens. Und die werden schneller vorbei sein als mir lieb ist, und dann kommt der nächste Wasserfall in den ich mich stürzen muss – mit dem Kopf voraus am besten. Welcher Job, welche Stadt, will ich irgendwann heiraten, Kinder, ein Haus? Das alles muss ich mir dann überlegen, sonst gehen weitere x Jahre verloren, bevor ich merke, was ich will und dass es vielleicht der falsche Weg war.

Für den Moment denke ich von Woche zu Woche. Was muss ich für nächste Woche erledigen? Wann mache ich was? Was kann ich weglassen und welche Reihenfolge ist die beste? In vier Wochen (ach du Scheiße!) schreibe ich Klausuren, dann ist wieder ein Semester vorbei und ich weiß immer noch nicht mehr. Wer ich bin, was ich will und wie meine Zukunft aussehen soll. Aber eigentlich ist das doch gar nicht so schlimm, oder?

Zwischenstand

12. Februar 2010 6 Kommentare

So, meine Anglistik-Klausuren habe ich geschafft erledigt für dieses Semester. Bleiben noch zwei in BWL, eine Seminararbeit und ein Aussprachetest. Ich prokrastiniere indem ich aufräume, umräume, putze und bei Facebook Schatzis Rekorde breche. Das Schneechaos hat Regensburg immer noch im Griff und es schneit immer wieder ein wenig weiter. Meine beiden Taschen musste ich zurückschicken und neu bestellen, weil die’s nicht auf die Reihe kriegen die nachträglich zu reduzieren. Gestern hab ich Post bekommen, und für den Steve gibt’s hier ein Foto davon:

Ein Multifunktionswerkzeug eines großen Möbelhauses mit rotem Stuhl. Darin steckt eine Zange, ein Drahtschneider, ein großes und ein kleines Messer, ein kleiner und ein großer, sowie ein Kreuz-Schraubenzieher, ein Flaschenöffner, eine Metallfeile, eine Holzfeile, ein Schlüsselanhänger und ein Dosenöffner. Ich fühle mich jetzt dazu berufen, es gleich zu benutzen und etwas handwerkliches zu tun. Vielleicht mach ich mir ein Bier auf. Oder ich feile irgendwas. Meine Nägel zum Beispiel.

Klaushuren

8. Februar 2010 10 Kommentare

Ich bin empfindlich. Ich bin gestresst, ich bin genervt. Menschen nerven mich. Ich kriege die Krise, wenn jemand meint, er müsste mir im Weg stehen. Wenn jemand laut ist, wenn jemand rücksichtslos ist, wenn jemand schreit, singt oder auch lacht. Schuhe mit Absätzen gehören in der Bibliothek verboten. Genauso wie die Tussi mit dem hässlichen gelben Cardigan, die aussieht wie Nora Tschirner und die mit ihren wahnsinnig lauten und ebenso hässlichen Stiefeln jeden Tag meint, sie müsste achtzehn Mal pro Stunde an meinem Tisch vorbeistolzieren.
Mir soll keiner Fragen stellen und auch keine dummen Kommentare abgeben. Kritik will ich genauso wenig. Ich ertrage es nicht, wenn mir wer was vorschreibt oder mich zu irgendetwas verpflichten will. Ich brauche keine Besserwisser und will nicht mal gut gemeinte Ratschläge. Heute will ich einfach nur meine Ruhe.

Blogfreude

5. Februar 2010 7 Kommentare

Jetzt, wo ich lernen muss müsste, bin ich wieder blogfreudiger als die letzten Wochen. Ich habe viele Ideen, schreibe etliche Entwürfe, poste oft und denke mir was aus. Denen, die das nervt, kann ich versichern, dass es bald keine 36 Posts am Tag mehr sein werden, die ich aus Prokrastination und Verzweiflung schreibe. Ich werde keine Angst mehr haben müssen, dass ich an Hirnüberfüllung sterbe oder irgendwann nur noch Englisch sprechen kann. Am 19. März wird es hier wieder normaler zugehen. Dann gibt’s erst mal Posts von Frustshoppingergebnissen und Nichtstun. Ich habe aber – und das ist wirklich sehr seltsam dieses Semester – nur 4 Wochen Ferien, genau vom 19. März bis 19. April. Es sei denn ich gebe die Seminararbeit früher ab (haha, Witz des Tages – nämlich der einzige, wenn ich mal so drüber nachdenke).

Aber was ich in diesem Post eigentlich schreiben wollte: Ist es nicht auffällig, dass plötzlich wieder mehr Leute Farmville spielen? Der Trend hat so im Oktober-November stark nachgelassen, dann hab ich auch mal aufgehört und es hat in meinem Umfeld keiner mehr gespielt und plötzlich – jetzt, wo es zeitlich wieder eng wird – legen alle Farmer wieder los. Facebook kommt sowieso vom Teufel. Ich habe eine große Farm, ein hübsches Aquarium, einen süßen Zoo, ein Haustier und einen vernachlässigten Garten. Außerdem spiele ich Bomboozle, Music Challenge, Mahjong, Cube Crash, Marble Lines, Blocksquad, Sandwich Shop und Mind the Blox. Und das dauert halt mal 8 Stunden am Tag, bis man da alles abgearbeitet hat.
Wie soll ich denn da lernen?