
Ich möchte auch schlafen. Aber im Gegensatz zum Koala weiß ich, was ich verpasse.
Ich stehe früh auf, weil ich lernen muss. Die Zeit läuft davon, ich mache eine Pause, habe keine Lust mehr. Ich zwinge mich. Wird schon irgendwie noch gehen. Letzte Klausur. Ich hab seit Anfang Januar durchgehalten, dann wird die eine Woche auch noch gehen. Ich lerne und lerne. Ich stehe auf, weil mein Rücken schmerzt vom vielen Sitzen. Ich denke an den Koala, während ich mir die fünfte Tasse Kaffee mache. Zwischendrin kurz was essen und weiterlernen. Noch eine kleine Pause. Für einen kleinen Moment bescheuerte Spiele auf Facebook spielen. Totale Gehirnverdummung. Weiterlernen. Irgendwann ist Abend. Der Liebste schreibt mir. Ich wollte noch weiterlernen, lasse es aber dann doch. Ich denke an mein Bett, ich will ein Koala sein, sofort. Ich bin den ganzen Tag elendig müde und das kratzt verdammt an der Konzentration. Ein Power Nap nach dem Mittagessen reicht da leider nicht aus. Ich möchte heute zeitig ins Bett gehen, morgen muss ich wieder früh aufstehen. Aber ich will auch noch was vom Leben haben. Ich will nicht aufwachen, lernen, und ins Bett gehen. Ich will abends ein bisschen entspannen und mich mit dem Liebsten unterhalten. Es muss doch noch was geben außer büffeln und schlafen.
Ich möchte kein Koala sein.
Bild: learnsomethingeveryday.co.uk
Categories: alltägliches, deprimiertes, gedachtes, genervtes, in kürze, studium Tags: abend, bär, bett, facebook, klausurenzeit, koala, learnsomethingeveryday, leben, lernen, prüfungen, prüfungszeit, schlafen, schnuck, spiel, studium, uni
Kennt ihr diese Träume, in denen man einfach nicht fertig wird? Man träumt vom Verschlafen, dann schaut man auf die Uhr und die Zeit rennt, dabei hat man in einer halben Stunde einen wichtigen Termin und keine Chance, es noch rechtzeitig zu schaffen. Dann läuft man los und merkt unterwegs, dass man die dringenden Unterlagen vergessen hat, muss nochmal umkehren und beim zweiten Anlauf hat man immer noch Hausschuhe und keine Hose an.
Man träumt vom Urlaub, ja, Entspannung und Vorfreude und dann ist der Tag gekommen und fünf Minuten bevor man zum Flughafen fährt, fällt einem auf, dass man nicht mal Unterhosen eingepackt hat für die achtwöchige Reise durch’s australische Outback. Und dann beeilt man sich so und muss den Koffer noch mal umpacken und der Reisepartner sagt immer wieder “Mann, jetzt komm schon, wir müssen loooos!”. Und man beeilt sich und beeilt sich, aber je schneller man packt, desto mehr fällt einem ein, was man noch alles vergessen hat. Dann wacht man auf und ist gestresst und denkt sich “Oh Gott”.
Man träumt vom Lernen – ja, wen wundert das in der Prüfungszeit – und man träumt, dass die Klausur in ein paar Stunden ist, statt in ein paar Tagen, und dass man immer noch genauso wenig kann wie am Anfang. Dann versucht man panisch, sich noch irgendetwas ins Hirn zu pressen, was aber unter der Angst sowieso nicht möglich ist. Und dann wacht man auf, so wie ich, und setzt sich sofort an den Schreibtisch. Und hofft, dass man es im realen Leben noch rechtzeitig schafft.

Categories: alltägliches, erlebtes, gedachtes, studium Tags: alptraum, angst, aufwachen, bett, chance, druck, flughafen, hausschuhe, klausur, leben, lernen, outback, panik, prüfungszeit, reise, schlafen, schreibtisch, stress, termin, traum, unterlagen, urlaub, zeit
Ich bin empfindlich. Ich bin gestresst, ich bin genervt. Menschen nerven mich. Ich kriege die Krise, wenn jemand meint, er müsste mir im Weg stehen. Wenn jemand laut ist, wenn jemand rücksichtslos ist, wenn jemand schreit, singt oder auch lacht. Schuhe mit Absätzen gehören in der Bibliothek verboten. Genauso wie die Tussi mit dem hässlichen gelben Cardigan, die aussieht wie Nora Tschirner und die mit ihren wahnsinnig lauten und ebenso hässlichen Stiefeln jeden Tag meint, sie müsste achtzehn Mal pro Stunde an meinem Tisch vorbeistolzieren.
Mir soll keiner Fragen stellen und auch keine dummen Kommentare abgeben. Kritik will ich genauso wenig. Ich ertrage es nicht, wenn mir wer was vorschreibt oder mich zu irgendetwas verpflichten will. Ich brauche keine Besserwisser und will nicht mal gut gemeinte Ratschläge. Heute will ich einfach nur meine Ruhe.
Categories: alltägliches, deprimiertes, gefühltes, genervtes, in kürze, studium Tags: bibliothek, cardigan, klausuren, kritik, laut, leben, lernen, menschen, nora tschirner, prüfungszeit, ratschlag, ruhe, stiefel, studium, tussi, uni
Klingt nach dem billigen Slogan einer Selbsthilfe-Gruppe? Ist es auch.
Auf die Empfehlung meiner Schwester hin haben der Liebste und ich gestern Der Ja-Sager angeschaut, einen Film mit Jim Carrey (ja, ich mag ihn eigentlich auch nicht besonders). Weil der als Carl seit Jahren in dem gleichen langweiligen Versicherungsjob festhängt und seit er von seiner Frau verlassen wurde nichts mehr aus seinem Leben macht, besucht er eines Tages (unfreiwillig) ein Selbsthilfeseminar. Dort wird er von dem merkwürdigen “Sektenführer” zu einem Abkommen überredet, laut dem er zu jedem Angebot immer ja sagen muss – ansonsten wird ihm schlimmes passieren. Und das zieht er durch, bis seine 70-jährige Nachbarin ihm anbietet ihn für den Aufbau eines Regals sexuell zu belohnen. Als er dazu nein sagt, geht tatsächlich so einiges schief…
Natürlich geht es auch um Liebe (er verliebt sich in die Darstellerin der Summer in 500 Days of Summer) und Freundschaft. Aber vor allem geht es um eine positive Lebenseinstellung und den Willen, was daraus zu machen. Ein schöner, leichter Film, der aufheitert. Und vielleicht auch ein bisschen dazu bringt, offener ans Leben ranzugehen.
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Angst und Zweifel, ich weiß nicht, was ihr von mir wollt. Ich habe mich schon vor Jahren von euch verabschiedet. Ich habe gesagt, ich habe keinen Platz mehr für euch in meinem Leben. Ich habe es verändert, ich habe mich verändert. Ihr seid geblieben, still und heimlich. In ganz schwachen Momenten leistet ihr mir Gesellschaft. Ihr flüstert, ihr schleicht, ihr nagt. Ihr zerstört. Und ihr bringt Freunde mit.
Ich werde euch nicht los. Immer wieder glaube ich, ihr wärt endlich weg und dann kuschelt ihr euch doch wieder an mich und umarmt mich, dass mit die Luft wegbleibt. Ich zeige euch den Weg zur Tür, sage euch, dass ich euch nicht da haben will. Aber ihr geht nicht. Ihr lebt unauffällig unter meinem Bett und wartet. Ihr wartet immer auf den richtigen Moment.
Wenn ich dann allein im Bett liege, dann kommt ihr angekrochen und lasst die Kälte unter die Bettdecke. Ihr kriecht unter mein Nachthemd und legt euch schwer auf meine Brust. Ich zwinge mich in diesen Momenten, an etwas Schönes zu denken. Es ist hart. Aber dann, wenn mein Herz anfängt, richtig stark zu schlagen, dann wirft es euch einfach von mir runter. Weil es stärker ist. Stärker als ihr beide zusammen.
Angst und Zweifel, ich will euch nicht. Und ein für alle mal: ihr werdet nicht gegen mich gewinnen! Ihr habt keine Chance. Ich bin stärker.
Also verpisst euch endlich, ihr beiden.
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