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Artikel Tagged ‘lernen’

Extremitäten

18. Juli 2010 3 Kommentare

Prüfungszeit ist immer eine sehr extreme Zeit. Bei mir gibt es da nichts normales. Wenig Schlaf, große Müdigkeit.

Ich räume tagelang nichts weg, die ganze Couch liegt voll mit Klamotten (oder ich ziehe mich ein, zwei Tage am Stück gar nicht um und lerne im Schlafanzug), dann kommt plötzlich ein Moment, in dem ich alles aufräume – aus Prokrastination auch alle Schränke und Schubladen.

Ich lerne und lerne. Es gibt kein “bisschen lernen” – entweder gar nicht oder volle Power. In der Prüfungszeit natürlich jeden Tag volle Power. Ich sollte aus Zeitgründen besser gar nicht schlafen.

Ich bin verzweifelt. Ich schreie, ich weine, ich bin schrecklich genervt. Man sollte mich besser nicht ansprechen. Ich hasse alle Menschen.

Ich werde richtig panisch, weil mir einfach die Zeit ausgeht. Oder die Zeit vergeht gar nicht. Wenn ich mir zum Beispiel vornehme, die nächste Pause erst in zwei Stunden zu machen.

Manchmal bin ich auch zuversichtlich. Und zwar so richtig, extrem. Dann denke ich alles ist easy. Ich mag die Menschen um mich herum. Ich fühle mich extrem verbunden mit allen, Leidensgenossen, Familie, Unterstützer. Ich bin glücklich über meine Freunde und den Liebsten.

Ich bin entweder völlig k.o. oder ich strotze vor Energie. Zeitweise will ich ins Bett, dann kann ich wieder nicht ruhig sitzen und bin so voller Tatendrang, dass ich richtig lang Laufen gehe. Danach bin ich wieder erledigt, müde, habe Zeit “verschwendet”. Abends kann ich nicht einschlafen.

Ich denke nicht, dass das jemals aufhören wird. Ich muss mich da noch x Semester durchschlagen, man lernt nicht dazu. Es ist jetzt nicht besser als im ersten Semester. Eher im Gegenteil – jetzt weiß ich nämlich, dass ich nie gut genug vorbereitet sein kann.

bloody big mess

16. Juli 2010 1 Kommentar

I’m a little bit lost without you,
and I’m a bloody big mess inside.

Morgen schreibe ich die erste Klausur. Ich bin ein Nervenbündel. Business as usual.

Aber ich bin verliebt, da ist das schon auszuhalten, finde ich.

himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt

13. Juli 2010 2 Kommentare

Genau so fühle ich mich. Ich habe in 4 Tagen die erste, in 7 die nächste, eine in 8 und in 10 Tagen bin ich mit den Klausuren durch.

Es gibt Momente, da bin ich panisch. Richtig panisch, wirklich. Da merke ich dann, wie mir die Zeit davon rennt. Da weiß ich ganz genau, ich werde niemals alles in dieser wenigen Zeit schaffen, ich hätte schon vor Wochen Monaten anfangen sollen zu lernen, ich habe keine Chance alle Prüfungen – ach was, nicht mal eine einzige – zu bestehen. Dann überlege ich mir, ob ich den Prof erpressen kann. Ob es schon zu spät ist, mich von der Prüfung abzumelden. Kenne ich nicht irgendwen, der mir Drogen verkaufen kann? Über meine eigene Prokrastination rege ich mich so auf, dass ich heulen und schreien und irgendwas kaputt schlagen möchte. Was ich meistens dann auch tue. Ich zweifle an mir, ich zweifle am System der Uni, ich zweifle daran, dass mich das ganze hier jemals auf den richtigen Weg bringen wird. Dann setze ich mich hin, mein Puls rast und ich fasse panisch in einer Nacht das Skript des ganzen Semesters in winzigen krakligen Buchstaben zusammen, bis mir die Hand abfällt. Kein Witz, ich hatte die ganze Nacht über Krämpfe in der rechten Hand und kann heute noch kaum den Stift halten. Mit diesem völlig irrationalen Verhalten versuche ich dann zu kompensieren, dass ich viel zu viele Tage lang viel zu faul war. Alle anderen sind schon viel weiter, da bin ich mir sicher. Aber es hilft nicht, ich fühle mich dumm und faul und kann nachts nicht einschlafen, weil ich nur Nipkow-Scheiben und Turing-Maschinen im Kopf habe.

Am nächsten Tag, wenn ich von Handschmerzen geweckt werde, obwohl ich mich schweißgebadet die ganze Nacht über nur gewälzt habe, sieht die Welt ganz anders aus. Ich sehe das Skript da liegen, daneben fast unleserlich meine Notizen. Wie idiotisch. Es ist doch noch viel genug Zeit. Etliche Tage. Ich weiß nicht weswegen ich mich da jetzt plötzlich so reingestresst habe. Die anderen sind doch nie so weit wie ich, kann mir keiner erzählen. Die Hälfte vom Stoff hab ich doch jetzt durch’s Abschreiben schon verinnerlicht, wenn nicht mehr! Ich hab mich echt lächerlich gemacht, mit den Emails an meinen Freund, in denen stand, dass das alles große Scheiße ist und ich dieses Semester nie im Leben überstehen werde. Außerdem bringt stressen doch sowieso mal gar nichts, heut mach ich erst mal Pause. Schreiben kann ich eh nicht.

Und morgen merke ich dann, dass ich einen ganzen Tag vertrödelt habe und dass ich viel zu spät dran bin mit allem. Das kann ich ja gar nicht alles schaffen dieses Semester…

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Das weltgrößte Danke an meinen Liebsten, der das alles erträgt und mich aufbaut, wenn ich in der Phase des Grauens bin. Vielleicht ist es meine vorübergehende mentale Unzurechnungsfähigkeit, aber ich liebe ihn mehr denn je.

schwimmender Retter

11. Juli 2010 1 Kommentar

Mein Freund ist Rettungsschwimmer. Das ist schon ein bisschen klischeehaft, oder? Frauen stehen auf Männer, die sie retten können. Bei denen sie sich beschützt fühlen. Und Frauen stehen auf Männer in Uniform.

Ich muss schon gestehen, dass das sexy ist, wenn er da dann in roter Badehose oberkörperfrei und durchtrainiert am Seeufer steht und Wache hält. Braungebrannt, mit einer signalfarbenen Rettungsboje in der Hand. Zumindest in meiner Vorstellung ist das so – ich sitze ja am Schreibtisch und lerne. Und male mir nebenbei ein bisschen aus, wie toll es sein muss, von ihm gerettet zu werden. Da würd ich ja auch gern mal ertrinken…

Unter den Linden heisst unter den Palmen

3. Juli 2010 1 Kommentar

Es ist heiß. Es ist so heiß, dass das Handy in der Hand schmilzt und mir beim Autofahren selbst bei voll aufgedrehter Klimaanlage der Schweiß vom Ohrläppchen tropft. Ja, das ist eklig, ich fands auch nicht so sexy.

Ich werde mich gleich in den Garten legen, mit dem letzten Teil von Huckleberry Finn (ich habs tatsächlich geschafft trotz normalem, vollgestopften Alltag in fünf Tagen dieses Buch zu lesen – ich bewundere mich!), meinem verhassten Vokabelbuch, diversen Medienwissenschafts-Skripten, acht Litern kühlem Wasser und Sonnencreme. Wobei ich mich eh nicht aus dem Schatten bewegen werde, das wäre ja selbstmörderisch.

Morgen, bei erwarteten, wunderbaren 38 Grad in Oberbayern werde ich den ganzen Tag am Tennisplatz verbringen und könnte mir kaum was besseres vorstellen. Außer im kühlen Bett zu chillen. Oder einen Pool. Meer. Freibad. Weiher. Bach, Fluss, von mir aus auch ein Gartenteich!

Worum es eigentlich geht, ist, dass ich ihn vemisse. Andauernd und das nervt mich. Er liegt in der Sonne am See weit weg von hier und mir bleibt nur der Schatten unter dem alten Apfelbaum im Garten weil ich mir so kurz vor den Prüfungen keine größeren Ablenkungen mehr erlauben darf. Schönes Leben, schöne Welt.