Archiv

Artikel Tagged ‘männer&frauen’

Luxusprobleme

24. September 2009 4 Kommentare

oder auch: Jammern auf hohem Niveau. Wir leben im Luxus. Wir können uns wirklich so gar nicht beschweren, und tun’s trotzdem. Wer viel gewohnt ist, will sich nicht mit weniger zufrieden geben. Wer gar nichts gewohnt ist, freut sich schon über ein klitzekleines Bisschen. Wir beschweren uns, wenn die von uns gewählten Politiker etwas durchsetzen, das wir nicht 100%ig gutheißen, während Andere überhaupt nicht wählen dürfen. Wir beschweren uns, wenn das Internet mal einen Tag nicht geht oder langsamer als ultraschnell ist, während viele Leute mit dem Begriff Internet überhaupt nichts anfangen können. Wir beschweren uns über harte Prüfungsphasen und Studiengebühren, während es für viele Kinder in armen Ländern nicht mal die Möglichkeit gibt, zur Schule zu gehen. Wir beschweren uns über das Wetter, die Benzinpreise, das Fernsehprogramm, Politiker, Wirtschaftsreformen und seltsame Modetrends. Und warum? Weil wir’s besser gewohnt sind. Wenn man sich nicht beschwert, wird sich nichts ändern. Und wer den Luxus gewohnt ist, will ihn behalten. Verständlicherweise.

Das gleiche ist’s mit meiner Beziehung. Ich hab den tollsten Mann der Welt gefunden, ganz ehrlich. Er ist liebevoll, behandelt mich mit Respekt, wird nie laut mir gegenüber, würde mich niemals betrügen und mir auch nie absichtlich wehtun. Er meldet sich mehrmals täglich und gibt alles dafür, dass wir uns regelmäßig sehen. Er tut alles für mich und er liebt mich genauso wie ich bin.
Und wenn wir uns dann mal nicht sehen können, oder wenn er sich nicht meldet, dann stört mich das. Oder wenn er unbedacht irgendetwas Blödes sagt, das mich verletzt. Wobei andere ihren Partner sehr viel seltener sehen. Und sich weniger gut mit ihm verstehen. Oder ihm nicht so wichtig sind. Von ihm betrogen, belogen oder angeschrien werden. Ich weiß, wovon ich spreche. Aber weil ich’s gewohnt bin, von ihm wie eine Prinzessin behandelt zu werden, finde ich es ungerecht, sobald er’s mal nicht tut. Ich fühle mich ein klein wenig wie Bridget Jones im 2. Teil, wo sie den Frauen im Gefängnis, die von ihren Männern geschlagen und zur Prostitution gezwungen werden, erklärt, dass Mark Darcy deswegen so schlimm ist, weil er seine Unterhosen faltet, bevor er ins Bett geht.
Ich bin verwöhnt. Und deswegen beschwere ich mich über belanglose Kleinigkeiten, und wenn ich die Sache später objektiv betrachte, frage ich mich was für eine unglaubliche Idiotin ich manchmal bin, dass ich diesen wundervollen Mann wegen etwas anzicke, das andere jeden Tag erleben.

Gegensätze ziehen sich aus

23. September 2009 3 Kommentare

Manchmal denke ich, wir sind so verschieden, dass wir eigentlich gar nicht miteinander auskommen können. Er interessiert sich so sehr für Politik und Wirtschaft. Es gibt nur wenig, das für mich persönlich uninteressanter ist. Ich liebe Obst und Gemüse in fast jeglicher Form und er flüchtet, wenn ihm etwas Gesundes zu nah kommt. Wir haben absolut nicht den gleichen Humor. Was Comedy angeht, können wir nur in den seltensten Fällen gemeinsam lachen. Ich gehe lieber unter der Woche weg, er aber am Wochenende. Während ich abends auch gern mal daheim bin, ist er ständig auf Achse. Mir ist nachts immer viel zu kalt, ihm viel zu warm.

Aber es gibt auch Dinge, die wir teilen. Zum Beispiel machen wir uns beide gern über so manche Leute lustig. Oder wir sind beide ständig online, bloggen, twittern und ernten bei Farmville. Wir lieben Schokolade und Ben&Jerry’s und auch unser Musikgeschmack ist recht ähnlich. Wir stehen beide auf Pushing Daisies und ärgern uns furchtbar gern gegenseitig. Manchmal denke ich sogar, wir sind uns so ähnlich, dass wir gar nicht ohne einander auskommen können.

Nicht nur Hausfrauen verzweifeln

19. September 2009 6 Kommentare

Mittwoch, 20:15 auf Pro7. Desperate Housewives läuft wieder. Ich gestehe, dass ich die letzten Staffeln nicht wirklich ambitioniert mitverfolgt habe (ausgenommen der letzten, die musste ich sehen, weil danach immer Pushing Daisies kam). Mir wurde das irgendwann zu übertrieben, mit immer neuen Intrigen, Geheimnissen und ominösen Geschichten – ja, MIR wurde das zu ominös, kaum zu glauben. Jedenfalls schau ich’s natürlich trotzdem wieder. Und am Mittwoch war ich wirklich beeindruckt von der Wahrheit in der Situation mit Edie und dem ominösesten aller aktuellen Charaktere. Sie fragt ihn, was denn der größte Unterschied zwischen der Ehe mit ihr und der mit seiner ersten Frau ist. Er antwortet, dass ihm die Ehe mit Edie sehr viel realer vorkommt. Sie ist gerührt von der Antwort und – fragt nach. Großer Fehler.
Ich habe gelernt, nicht mehr nachzufragen. Wenn mal ausnahmsweise auf eine Frage die Antwort kommt, die man gern hören würde, niemals nachfragen! Niemals! In Edies Bespiel zeigt sich warum. Sie fragt nach, inwiefern denn realer und er erklärt ihr, dass ihm seine erste Ehe vorkam wie ein Märchen, das zu schön war um wahr zu sein und bei dem er dachte, es würde nie enden. Die Ehe mit Edie hingegen ist realer, weil er weiß, dass sie nicht für ewig ist. Super. Das ist es ja, was alle Frauen hören wollen. Und es ist so typisch Mann, dass das Wort typisch gar nicht ausreicht. Ich saß da und dachte mir Ja verdammt, die bringen’s auf den Punkt! Weil Männer einfach Männer sind.

romantische, herzensgute Machohelden

11. August 2009 3 Kommentare

Wie steht’s denn eigentlich inzwischen mit der Emanzipation? Klar, Frauen dürfen wählen, arbeiten, zum Bund und auch sonst so ziemlich alles was Männer dürfen. Aber ich meine mehr so im zwischenmenschlichen Bereich? Bin ich da ein Einzelfall, weil ich sage, ich mache gern mal den ersten Schritt und spreche einen Mann an, aber beim ersten Date sollte dann er meinen Kaffee zahlen? Weil ich alles selber kann, aber es trotzdem sehr höflich finde, wenn ein Mann mir die Tür aufhält oder mich abholt und heimfährt? Weil ich finde, Spinnen wegmachen ist Männersache? Ich denke, inzwischen ist die Emanzipation so weit, dass Frauen dann emanzipiert sind, wenn sie’s grad brauchen können.
Ich interessiere mich für Computer und liebe mein Auto, ich will nicht 18 Jahre daheim bleiben, wenn ich mal Kinder habe und ich kann nicht wirklich gut kochen. Zumindest nicht besser als jeder männliche Student. Das heißt mein zukünftiger Mann muss das mit den Kindern erledigen, und den Haushalt schmeißen. Ich verdiene währenddessen Unmengen an Kohle.

Natürlich ist das für Männer schwer zu erkennen, wann eine Frau sich über Hilfe freut und wann sie beleidigt ist, wenn er helfen will. Wenn Frau beispielsweise Dinge macht, die in den früheren “Männersektor” fallen, wie Auto reparieren, an irgendwas Technischem rumbasteln, was Schweres tragen etc., dann kann’s gut sein, dass Frau das Angebot eines Mannes, das für sie zu erledigen, als Beleidigung auffasst. Hört sich ja so an, als würde er denken, sie schafft das nicht, weil das so ein Männerding ist. Im Gegensatz dazu könnten Frauen natürlich auch selbst bezahlen, weil sie ja auch Geld verdienen, aber dennoch empfinden es die meisten nicht als unhöflich, sondern als durchaus galant, wenn der Mann sie einlädt. Wer da noch durchblicken soll? Ist doch logisch. Romantische, herzensgute Machohelden.

Ein Kompliment

7. August 2009 2 Kommentare

Frauen stehen auf Komplimente. Nicht umsonst heißt es in den Hollywood-Filmen immer wieder, dass man alle Frauen rumkriegt, wenn man ihnen Komplimente macht. Es ist eigentlich auch egal für was. Figur, Gesicht, Haare, Augen, Beine, Hände, Körper allgemein, oder für ihre Fähigkeiten.
Frauen sind dafür sehr empfänglich, man fühlt sich dann wie was Besonderes. Er zeigt, dass er aufmerksam ist, wenn er ihr sagt wie hübsch sie doch in dem neuen Rock aussieht und wie gut ihre Beine darin zur Geltung kommen. Zwei Komplimente in einem, für ihr Stilgefühl und ihren Körper. So schwer ist das doch nicht, oder?
Nur was macht man aus einem “Du siehst heute irgendwie so gut aus”? Das ist bestimmt nett gemeint, aber heute und irgendwie? Sonst nicht? Und was heißt irgendwie? Natürlich ist es schön, dass Mann ein Kompliment macht. Aber Männer wissen doch auch, dass Frauen alles falsch verstehen, was nicht eindeutig nur auf eine Art verstanden werden kann. Bei mir ist das natürlich anders. Aber soll ja Frauen geben, die so etwas falsch verstehen würden.

Mehr…