Archiv

Artikel Tagged ‘menschen’

Klaushuren

8. Februar 2010 10 Kommentare

Ich bin empfindlich. Ich bin gestresst, ich bin genervt. Menschen nerven mich. Ich kriege die Krise, wenn jemand meint, er müsste mir im Weg stehen. Wenn jemand laut ist, wenn jemand rücksichtslos ist, wenn jemand schreit, singt oder auch lacht. Schuhe mit Absätzen gehören in der Bibliothek verboten. Genauso wie die Tussi mit dem hässlichen gelben Cardigan, die aussieht wie Nora Tschirner und die mit ihren wahnsinnig lauten und ebenso hässlichen Stiefeln jeden Tag meint, sie müsste achtzehn Mal pro Stunde an meinem Tisch vorbeistolzieren.
Mir soll keiner Fragen stellen und auch keine dummen Kommentare abgeben. Kritik will ich genauso wenig. Ich ertrage es nicht, wenn mir wer was vorschreibt oder mich zu irgendetwas verpflichten will. Ich brauche keine Besserwisser und will nicht mal gut gemeinte Ratschläge. Heute will ich einfach nur meine Ruhe.

Dr. Angelika Sommer

6. Dezember 2009 3 Kommentare

In manchen Momenten braucht man einfach jemanden. Und oft sind dann die Menschen für einen da, mit denen man am wenigsten gerechnet hätte. Und denen kann man sich dann anvertrauen, wenn man einsam ist, oder verweifelt, oder betrunken. Ich habe schon unzählige betrunkene Beziehungsberatungen durchgeführt und ich muss sagen, das waren die effektivsten. Ich bin schon eine wahre Meisterin, besser als Angelika Kallwass und das Dr. Sommer Team zusammen (Frage am Rande: Gibt’s das noch? Oder ist das Dr. Sommer Team in Zeiten von Google und Web 2.0 nicht mehr gefragt?).
Manchmal sind es jedenfalls genau die Momente, die dich so überraschen, dass du für einen kurzen Moment vergisst, was dich bedrückt, weil du so verwundert bist, darüber, wer für dich da ist. Du fragst dich, wo die Leute bleiben, mit denen du gerechnet hättest. Und ob du nicht vielleicht einfach falsch einschätzt, wie diese Leute zu dir stehen. Weil wenn sie die wären, für die du sie hältst, wären sie jetzt da. Und stattdessen ist da wer anders, der dir zuhört, dich umarmt, dich aufbaut. Und du bist einfach nur dankbar.

Keine Zeit für Helden

5. Dezember 2009 2 Kommentare

Frauen wollen keine Helden. Helden bringen sich ständig in Gefahr. Helden müssen in den unpassendsten Momenten weg. Und ich weiß, wovon ich rede.
Mein Freund ist ein Held. Er rettet Menschenleben und lässt dafür alles stehen und liegen. Und das ärgert mich manchmal, wenn ich dadurch den Kürzeren ziehe. Und ich weiß, dass das egoistisch ist. Er rettet Menschen, die ihn in diesem Moment mehr brauchen als ich. Das ist nur fair. Denn im Endeffekt wissen wir beide, dass er das einzig Richtige tut.
Mein Freund ist ein Held. Und ich bin verdammt stolz auf ihn.

Milchmädchen

9. November 2009 4 Kommentare

Ich frage mich manchmal, ob es mein Fehler ist. Ob ich selber Schuld bin an meiner Lage. Wie man in den Wald hineinschreit und so… Aber dann müsste ich manchmal echt übel drauf sein, wenn ich nur das zurückkriege, was ich auch austeile. Vielleicht gerate ich auch einfach so manchmal an gemeine Menschen. An Menschen, die nicht darüber nachdenken, was sie tun. Die sich nicht darum kümmern, ob sie andere verletzen, oder die vielleicht einfach zu blind sind. Blind und taub. Und gefühllos.

Eltern lehren ihre Kinder ja immer, wenn sie nett zu anderen sind, werden die anderen auch nett zu ihnen sein. Kinder glauben das und sind höflich und hilfsbereit und dann haut sie’s sauber auf’s Maul, wie ich hier mal so salopp sagen möchte. Die Netten sind immer die, die am Ende die Blöden sind. Weil sie sich Gedanken machen, niemandem provokant auf den Schlips treten wollen und Gutes tun. Sie geben gern. Und dann werden sie ausgenutzt, hintergangen und sie bekommen gar nichts Gutes zurück. Stimmt wohl nicht so ganz, was Mama und Papa gepredigt haben.

Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu. Und was, wenn’s der andere einfach trotzdem macht? Was, wenn der andere nichts darauf gibt, dass man loyal und ehrlich ist? Wenn er einem in den Rücken fällt und sich noch wundert, dass es so leicht war, das Vertrauen zu missbrauchen? Wer denkt, nur weil er nett zu jemandem ist, wäre dieser jemand auch nett zu ihm, der wird hinterrücks erstochen. Vielleicht klappt Mamas Milchmädchenrechnung im Kindergarten (wobei ich selbst das inzwischen nicht mehr glaube – vielleicht klappt’s bevor die Kleinen laufen und sprechen können), aber im richtigen Leben gibt’s solche Weisheiten nicht. Sei Egoist und nimm dir was du brauchst, so sieht das für mich aus. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn man trotzdem an seinen Prinzipien feshält und auf fair play setzt, wird man immer verlieren. Arschloch sein oder untergehen. Ich weiß gerade noch nicht, was mir da lieber ist. Aber ich denke, ich werde mich für einige wenige falsche Menschen nicht verkaufen und mir treu bleiben. Zumindest solang ich das noch kann.