Hier und dort
Was ist die Mehrzahl von Zuhause? Zuhausen? Kann man überhaupt mehrere Zuhausen haben? Oder ist und bleibt das eine das Zuhause und das andere ist mehr eine zweckmäßige Unterkunft?
Ich weiß nicht, warum, aber in diesem Frühjahr fühle ich mich “daheim” mehr als Gast als wirklich “zuhause”. Vielleicht, weil ich im vergangenen Semester kaum dort war. Mein Leben hat sich völlig verlagert, nicht zuletzt wegen diesem einen Mann, der eben hier ist. Allein schon die Differenzierung zwischen hier und dort, bei der hier in 95% der Fälle Regensburg ist, macht mir deutlich, wo mein Leben ist.
Daheim ist es schön. Daheim in der Hallertau, wo es ruhig ist, wo nicht so viel los ist, wo man sich kennt. Das ist schön. Ich fühle mich wohl dort, aber dieses Gefühl war schon viel, viel stärker.
Ich wollte Fotos machen, die letzten Tage. Von meiner Heimat. Ich wollte euch zeigen, was so schön dort ist, warum ich es so mag. Aber der einzige Tag der letzten Woche, als ich Zeit dafür gehabt hätte, war gestern, und da habe ich mich dann doch dafür entschieden, meinen Schlafanzug nicht zu verlassen.
Hier in Regensburg ist alles anders. Ich bin öfter allein, und ich habe nicht das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Ich kann kommen und gehen wann und wohin ich will. Ich brauche nicht viel Rücksicht nehmen. Ich esse was und wann ich will, ich kaufe ein, ich lasse meine Klamotten tagelang im ganzen Zimmer verstreut liegen, wenn ich das will. Wenn ich meine Ruhe will, stört mich niemand. Und wenn ich Gesellschaft will, ist auch meistens jemand da. Jetzt sind wir dann vier. Vier beste Freundinnen, vereint am gleichen Ort, im gleichen Wohnheim.
Natürlich kann man zwei Zuhausen haben. Man kann sich hier wohlfühlen und dort. Ich frage mich aber, ob ich mich daheim jemals wieder so fühlen würde, wie damals, als ich das zweite Zuhause noch nicht hatte.



































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